Der 13. Mai war ein besonderer Tag für Peter, ein Tag, der sein Leben ewig änderte. Des Morgens um 6:00 öffnete seine schon herumnörgelnde und wegen seines Zuspätaufwachens genervte Mutter die Tür seines Zimmers und weckte ihn. Während er noch versuchte, langsam wach zu werden, ließ ihm die noch ärgerlichere Mutter wegen seiner Schläfrigkeit keine Ruhe. Doch konnte er überhaupt nichts hören, weil er wegen der gestrigen, anstrengenden Party, auf der er mit seinen Freunden den letzten Abend seiner Freiheit zusammen feierte, noch ziemlich schläfrig war. Er trank schnell den von seiner Mutter schon auf den Tisch gestellten Kaffe und floh schleunigst ins Badezimmer. Trotzdem kam seine empörte Mutter ins Badezimmer mit und zwang ihn, sich zu beeilen.
“Putz dir sofort die Zähne! Schnell! Geh duschen! Zieh deinen Anzug an und komm umgehend nach unten! Ich warte auf dich!” schrie ihn der weibliche Teufel an.
“Ja, Mama”, antwortete er erschöpft, da ihm die Klagen seiner besitzergreifenden Mutter eigentlich schon reichten.
Als er aus dem Badezimmer herauskam, stand die jetzt schön gekleidete Mutter schon wieder vor der Tür, die Hände im Schoß zusammenfaltend.
“Noch 5 Minuten!” warnte sie ihn.
Er flüchtete geschwind in sein Zimmer, zog seinen Anzug, band sich die Krawatte und rannte aus seinem Zimmer und aus dem Haus.
“Du bist 5 Minuten spät, wir sind schon eine Stunde spät, heute ist ein sehr besonderer Tag für euch und ist das nicht wichtig für dich, sollte ich denn allen Gästen sagen, was für einen nutzlosen Sohn ich hab’? Deine Verlobte ist schon seit Stunden in der Kirche…” so setzte die Dämonin ihren teuflischen Geheul fort, während sie zur Kirche zusammen liefen.
In der Kirche saßen schon alle Gäste. Hochzeitskleid gekleidet mit einem riesigen, bunten Blumenstrauß in den kleinen Händen stand die überglückliche Braut neben ihm. Hinter ihm war seine Stolz auf ihn lächelnde Mutter, sie war außerordentlich glücklich darüber, dass ihr schon über 40-jähriger Sohn endlich eine junge, schlaue Frau heiratete. Währenddessen wusste Peter, der Bräutigam, schon, dass er vor dieser entsetzlichen Wirklichkeit nicht mehr flüchten konnte. Mit seiner mitleiderregenden Zukunft wird er nimmermehr zufrieden sein.